Dieser Aufruf hat unserer Redaktion in den letzten Tagen besonders gefallen. Es geht um die hohe Feinstaubbelastung, Dreck, Lärm und die Verletzungsgefahr. 

Kirchanschöring. Der Gemeinderat Kirchanschöring startet in diesem Jahr den Aufruf in der Silvesternacht freiwillig auf das Abbrennen von Feuerwerkskörpern und Böllern zu verzichten.

Das laute und helle Spektakel zum Jahreswechsel verschreckt Wild in Wald und Flur. Auch die Nutz- und Haustiere fürchten den Lärm. Raketen und Knaller bedeuten außerdem Feuer- und Brandgefahr für Häuser und historische Gebäude. Die Umwelt wird in der Nacht zum Neujahrstag durch eine unnötige Rekordmenge von Feinstaub und Treibhausgasen belastet:

  • In der Silvesternacht steigt die Belastung mit gesundheitsschädlichem Feinstaub explosionsartig. In den ersten Stunden des neuen Jahres erreicht die Konzentration vielerorts Jahreshöchstwerte. Dabei werden deutschlandweit rund 5.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Diese Menge entspricht in etwa 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge. Das Einatmen von Feinstaub gefährdet die menschliche Gesundheit. Die Wirkungen reichen von vorübergehenden Beeinträchtigungen der Atemwege über einen erhöhten Medikamentenbedarf bei Asthmatikern bis zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen.
  • Nach Sylvester zeigen sich unsere Straßen, Gärten, Wiesen und Wälder von Plastik- und Papiermüll verschmutzt. Abfallexperte Benjamin Bongardt vom Nabu (Naturschutzbund Deutschland) spricht von einem „wissentlichen Vermüllen der Landschaft“.
  • Das Böllern belastet empfindliche Menschen sowie auch unsere Haustiere und Wildtiere. Zudem kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen mit den Knallkörpern. Bei unsachgemäßer Verwendung von Feuerwerkskörpern besteht erhebliche Verletzungsgefahr, z.B. Verbrennungen oder Augenverletzungen bis hin zu dauerhaften Hörschäden. In Deutschland erleiden jährlich 8.000 Menschen zu Silvester Verletzungen des Innenohrs durch Feuerwerkskörper. Rund ein Drittel dieser Menschen behält bleibende Schäden,
  • Feuerwerkskörper werden oftmals unter menschenunwürdigen Bedingungen in fernen Ländern produziert. Zwei von drei in Deutschland abgebrannten Böllern stammen aus China. Das Land ist nicht nur Ursprung der Knallkörper, bis heute werden diese in der Provinz Hunan massenhaft hergestellt.

Anstatt das Geld mit Feuerwerks-Raketen und Krachern zu verbrennen, könnte das gesparte Geld z.B. an den gemeindlichen Sozialfond (IBAN: DE08 7105 2050 0040 2372 99; Kennwort: „Spende Silvester“) oder viele andere karitative Einrichtungen gespendet werden.

Hinweis: Bei Spenden bis einschließlich € 200,00 wird keine separate Spendenbescheinigung ausgestellt. Hier genügt als Nachweis für das Finanzamt ihr Kontoauszug.

Hans-Jörg Birner

Erster Bürgermeister
von Kirchanschöring