In den letzten 10 Jahren mussten über 12.000 Bauernhöfe in Bayern schließen. Der Zusammenhang zwischen dem Höfesterben und dem dramatischen Verlust der Artenvielfalt ist klar erkennbar. Das Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt war in den letzten Tagen bestimmt durch die Debatte um den scheinbaren Konflikt zwischen Artenvielfalt und landwirtschaftlichen Existenzen. Tatsächlich ist im derzeitigen System auch der Landwirt eine bedrohte Spezies. In den vergangenen zehn Jahren mussten in Bayern über 12.000 Betriebe aufgeben. Bis 2030 wird eine weitere Halbierung der Zahl der Betriebe vorhergesagt. Diese Entwicklung geht einher mit besorgniserregenden Trends in unseren Agrarökosystemen. Das Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt will diesen beiden Entwicklungen entgegenwirken. Bienen und Bauern können nur zusammen gerettet werden.

Josef Braun, Freisinger Biolandbauer: „Allen, die sich bisher schon in den Rathäusern eingetragen haben, gilt es Danke zu sagen. Ohne dieses starke Signal hätten wir aktuell keine Debatte über die Neuausrichtung der bayerischen Agrarpolitik. Aus Verantwortung für unsere Kinder und Enkelkinder, aus Verantwortung für die Schöpfung müssen wir das Volksbegehren zum Erfolg führen.“

„Selbst wenn die hoch gesteckten Ziele des Volksbegehrens erreicht würden, bleiben noch mindestens 70 % der Landwirtschaft 

konventionell. Der Erfolg der zertifiziert bienenfreundlich produzierten Produkte zeigt, dass man konventionelle Landwirtschaft auch so betreiben kann, dass sie Rückhalt in der Gesellschaft hat. Wenn man sich auf den durchaus auch mal unbequemen Dialog mit Imkern, Naturschützern und anderen Interessensgruppen einlässt, entsteht gegenseitiges Vertrauen, aus dem

dann langfristig tragfähige Lösungen wachsen können.“ Walter Haefeker, Präsident europäischer Berufsimker.

„Seit 10 Jahren arbeiten wir erfolgreich gemeinsam mit den Berufsimkern und anderen Verbänden zusammen, um unsere Produktionsweise sowohl bienenfreundlich als auch wirtschaftlich für unsere Betriebe zu gestalten. Im gleichen Zeitraum hat fast ein Drittel der Milchviehbetriebe in Bayern aufgeben müssen. Unsere langjährige Zusammenarbeit zeigt, dass es möglich ist, Bienen und Bauern zu retten, wenn man bereit ist, neue Wege zu gehen.“, so Jakob Niedermaier, Geschäftsführer sternenfair Milchvermarktungs GmbH.

„Das Volksbegehren wird von einem breiten Bündnis aus der Landwirtschaft getragen. Viele Bäuerinnen und Bauern unterstützen das Volksbegehren aktiv, da bienenfreundliche Landwirtschaft einen Ausweg aus der Wachstumsspirale ermöglicht. Eine intakte Insektenwelt ist für die bayerische Landwirtschaft ein unverzichtbares Rettungsnetz. Wenn der Bauernverband (BBV) und die Staatsministerin Michaela Kaniber Horrorszenarien verbreiten, lenkt dies nur vom eigenen Versagen ab. Wir brauchen eine andere Agrarpolitik, damit bäuerliche Betriebe und die Artenvielfalt geschützt werden. Der BUND Naturschutz ist gesprächsbereit“, so Richard Mergner Landesvorsitzender des BUND Naturschutz.

Für Rückfragen: Martin Geilhufe, Landesbeauftragter Tel: 0172/7954607 E-Mail: martin.geilhufe@bund-naturschutz.de

Anlage:

– Grafik Höfesterben – Artenverlust – Agrar-Atlas

Landesfachgeschäftsstelle München

Pettenkoferstr. 10a 80336 München

Tel. 089/54 82 98-63 Fax 089/54 82 98-18

fa@bund-naturschutz.de www.bund-naturschutz.de

München, 8. Februar 2019 PM 0X/LFG München

Landwirtschaft

Naturschutz

Foto: Pixabay