Dr. Bernhard Zimmer und MdL Rosi Steinberger im Erfahrungsaustausch zum Thema Durchwachsene Silphie im Berchtesgadener Land.

Ökologie und Ökonomie müssen auch in der Landwirtschaft kein Widerspruch sein, gute Beispiele gibt es genügend. Die Durchwachsene Silphie oder Becherpflanze (Silphium perfoliatum L.) ist eines dieser Beispiel und zeigt, dass auch der intensive Maisanbau zeitnah vermindert werden kann.

Im Berchtesgadener Land sammelt Landtagskandidat und Bio-Imker Dr. Bernhard Zimmer schon mehr als 7 Jahren eigene Erfahrungen mit dem Anbau der Durchwachsenen Silphie in seinem Betrieb am Högl. Der gelbblühende Korbblütler gilt seit einigen Jahren als Mais-Ersatz für die Biogasbetriebe. Der Durchbruch gelang aber erst, als vor etwa drei Jahren, die Kulturkosten durch die Möglichkeit der Direktsaat deutlich gesenkt werden konnten. „Der Anbau der Silphie ist erfolgreich, seit es gelungen ist ihn hinsichtlich Saat, Reihenabstand, Erntezeitpunkt und Maschinentechnologie an das „System Mais“ anzupassen“ erklärt Zimmer der aus Niederbayern stammenden Landtagsabgeordneten und Agrarwissenschaftlerin Rosi Steinberger. Die Silphie, eine imposante Staude von bis zu 3m Höhe und derzeit in voller Blüte wird von Bienen und Wildbienen, aber auch von Schmetterlingen und Schwebfliegen gleichermaßen gerne besucht, wie sich Steinberger bei ihrem Besuch leicht überzeugen konnte. Der besondere Vorteil der Silphie liegt laut Zimmer aber auch darin, dass über die Dauer der Kultur, etwa 15 Jahre, keine Bodenbearbeitung stattfindet, die Pflanze den Boden intensiv durchwurzelt, ein optimaler Erosionsschutz ist und sie hilft sogar die Humusvorräte der Böden aufzubauen.

Beruhigend für Steinberger, die auch Mitglied im Umweltausschuss ist, war es zu hören, dass die Silphie nicht invasiv ist. Die aus Nordamerika stammende und vor einigen Jahrzehnten zu uns gekommene Pflanze bildet keine Wurzelausläufer und auch eine Ausbreitung über natürliche Samenverbreitung ist praktisch ausgeschlossen, weil die Silphie im Jugendstadium keinerlei Unkrautdruck verträgt. Dies konnte Dr. Zimmer mit eigenen Versuchen bestätigen und belegen.

Interessant für alle Imker ist die Silphie als Winterfutter und weil sie sich eben gut in das Bienenjahr integrieren lässt. Mit der Ernte Mitte September endet auch das große Blühangebot und die „Winterbienen“ werden nicht zu übermäßiger Aktivität verleitet. Stellt sich die Frage ob die Silphie auch im Berchtesgadener Land das Landschaftsbild positiv verändern wird, wo doch der Anteil an Mais für Biogas eher gering ist.

Die Frage ist also, ob die Silphie auch den Futtermais ersetzen könnte. Zimmer hat auch hier bereits eigene Versuche unternommen, die ersten Ergebnisse von Futterwertuntersuchungen liegen vor und sie sind vielversprechend. Nein, im Futterbereich wird die Silphie den Mais nicht vollständig ersetzen können, aber eine Beimischung von bis zu 10% ist realistisch. Im Klartext bedeutet das, dass auf Standorten wo die Wasserqualität (Grundwasser, Gewässer) oder die Böden durch Erosion in Gefahr sind, die Silphie eine echte Alternative ist.

Grüne Landwirtschaftspolitik, da sind sich Steinberger und Zimmer einig wird sich immer an der Problemlösung orientieren und sich an den Ergebnissen messen lassen. Wer eine bäuerliche Landwirtschaft erhalten will muss zukunftsfähige Lösungen fördern und zukunftsorientiert forschen.

FH-Prof. Dr. rer.silv.Bernhard Zimmer

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