Daniele Ganser hielt am 28.10.2018 in Salzburg einen Vortrag über Energie, Gedanken und Humanismus, in dem er sehr klar herausstellte, wie die Manipulation der Massen funktioniert. Im Gegensatz z.B. zu Rainer Mausfeld, hat Ganser die Fähigkeit, komplizierte wissenschaftliche Materie soweit herunter zu brechen, dass auch so ein einfaches Gehirn wie meines versteht. Ich möchte Sie an dem teilhaben lassen, was ich verstanden habe.

Das Gehirn kann nicht anders als ständig zu denken. Das muss auch so sein, denn die Sensoren des Menschen (Augen, Ohren, Nase, Tast-, Geschmackssinn) produzieren dauernd Daten, die verarbeitet werden müssen. Das Denken löst Gefühle aus, die dem Menschen bei der Entscheidung helfen, wie er denn aufgrund des Inputs und meist zu wenig Informationen zu handeln habe. Gefühle kommen aus dem Unterbewusstsein und resultieren aus den bisher gemachten Erfahrungen, biochemischen Reaktionen und auch aus der Genetik des betreffenden Menschen. Das ist das, was jedes Säugetier hat. Hier ein Beispiel, wie man diese Art von Denken manipulieren kann.

Es wurde verbreitet, dass irakische Soldaten 1990 im Al-Adnan-Krankenhaus in Kuwait-Stadt 312 Babies aus Brutkästen geholt hätten und anschließend am Fliesenboden sterben ließen. Damit nicht genug. Unter lautem Schluchzen und Weinanfällen präsentierte sich eine angebliche Hilfskrankenschwester Nayirah as-Sabah (auch Naijirah) des Krankenhauses im Kongress der Vereinigten Staaten als Augenzeugin dieser Vorfälle (https://www.youtube.com/watch?v=M_LukdE-M2Q). Wenn ein weinendes 15-jähriges Mädchen etwas über Babymord erzählt, sind Sie geliefert. Da gibt es nur noch eines: „Wer war das, der wird platt gemacht.“ Und so kam es, der 1. Irakkrieg begann. Heute wissen wir, dass alles gelogen war und zwar im vollen Bewusstsein aller Akteure, einschließlich der weinenden Krankenschwester, die in Wahrheit die fünfzehnjährige Tochter des kuwaitischen Botschafters Saud Nasir as-Sabah in den USA war. Ihr Vater saß während ihrer Aussage vor dem Kongress-Komitee als Zuhörer im Publikum. Ihr Bericht war frei erfunden und die Jugendliche hatte dort nie gearbeitet. Man weiß nicht, warum sie weinte. Vielleicht weil sie so schlimm lügen musste. Die Geschichte wurde von der New Yorker Werbeagentur Hill & Knowlton erfunden und inszeniert. Das Ganze hat Kuwait 1 Mio. $ gekostet. So gibt es viele Beispiele, insbesondere vor Beginn eines Krieges, die zeigen, welch leichtes Spiel Manipulatoren haben. Und weil die Wahrheit ans Licht kam, war es eine dilettantische Operation, keine Qualitätsarbeit der CIA. Wir, das normale Volk, müssen deshalb aufrüsten.

Das Denken wurde durch die Bilder und Worte in eine bestimmte Richtung gelenkt, das Denken erzeugte Gefühle und aus diesen Gefühlen entstand eine Handlung, nämlich der Irakkrieg. Den Schritt vom Gefühl zum Handeln müssen wir durch eine weitere Instanz unterbrechen. Dazu müssen wir unser Denken erziehen.

Fangen wir an, unser Denken nicht mehr als Selbst zu begreifen, sondern … z.B. als unseren Hund. Der rennt auch mal hinüber, mal herüber, allein auf momentane Reize reagierend. Damit der Hund von echtem Nutzen ist oder auch nur die eigenen Nerven schont, muss er erzogen werden. Bei „Sitz“ muss er sitzen, bei „Platz“ an meinem Fuß liegen, bei „Such“ muss er das Steckerl holen. Blindenhunde gehören zu den am besten erzogenen Hunden. Wer so einen in seinem Kopf hat, kann sich glücklich schätzen, denn er ist ZEN-Meister.

Stellen wir Fragen: Was habe ich gestern gedacht, was denke ich gerade, was werde ich als nächstes denken. Schicken wir unseren Hund dahin, wo wir das wollen (z.B. zum Leben unserer Kinder) und pfeifen wir ihn zurück, wenn er dahingeht, wo wir es nicht wollen (z.B. zu dem, was unsere Kinder falsch machen). Spielen wir mit ihm, z.B. Stöckchen schmeißen, und beobachten wir, wie er reagiert. Gibt es da vorne eine verschlossene Türe, wo unser Hund nicht durchkommt? Das sind oft gesellschaftlich verbotene Gedanken, wie etwa „Sind die Türme von 9/11 gesprengt worden?“. Gehen wir hin und machen die Türe auf. Lassen wir unseren Hund hinein und lassen wir ihn dort forschen, oder auch nicht. Ganz wie wir wollen. Machen wir Handlungen, die unserem Hund nicht gefallen, z.B. kalt duschen. Das ist ungefährlich, aber wir werden erstaunt sein, was unser Hund für Gegenargumente bringt.

Wir kommen in eine Situation, die nicht klar ist. So eine Geschichte wie oben. Beobachten wir, was unser Hund vorschlägt und überlegen wir, ob nicht genau dieses Denken mit dieser Aktion erreicht werden soll. Als Chef unseres Hundes sagen wir dann: „Stopp, bei Fuß, das müssen wir erst prüfen.“. Schicken wir dann unseren Hund zum Recherchieren. Auch wenn wir die Wahrheit nicht herausfinden können, vielleicht kommen wir dann darauf, dass ein Krieg niemals Leben rettet, sondern immer nur vernichtet. Er kostet auch Geld, das z.B. bei den Ärmsten dieser Welt fehlt. Heute sterben immer noch täglich 7000 Kinder an Hunger. Einmalig 312 Kinder gegen täglich 7000? Es gefällt uns nicht, aber wir müssen abwägen. Ist das einen Krieg wert? Unser Hund sagt: „Ja, aber wenn es nun doch stimmt, kann ich doch nicht so kalt sein.“ Doch wir können und müssen, denn diese Dinge werden erzählt um Kriege beginnen zu können.

Das Attentat am Berliner Breitscheidplatz: Man weiß nicht, ob es Geheimdienste waren oder ein echter islamischer Attentäter oder beide. Den Toten ist das egal. Und uns kann es auch egal sein. Denn die Gefahr durch islamischen Terrorismus ist minimal und wird nur aufgebauscht, um den Nahen Osten in Flammen setzen zu können. Es ist viel gefährlicher verheiratet zu sein. Es gibt in Deutschland mehr Todesopfer wo der Täter der Ehepartner war als Tote durch islamischen Terrorismus. Die mordenden Ehepartner stören uns auch nicht, denn es wird uns nicht passieren. Also pfeifen wir auch auf islamischen Terrorismus. Es gibt ihn nicht.

Dennoch müssen wir nicht auf Empathie, also Anteilnahme, verzichten. Helfen dürfen und müssen wir im Alltag gegenüber unseren real existierenden Mitmenschen. Also bleiben wir gegenüber den hier bereits vorhandenen Flüchtlingen hilfsbereit, aber wir müssen auch dafür sorgen, dass nicht zu viele kommen. Denn wenn es zu viele werden, können wir nicht mehr helfen, sondern gehen selbst vor die Hunde.

Wen die Manipulationstechniken genauer interessieren möge sich den Kinofilm „Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt (Wag the Dog)“, ein US-amerikanischer Spielfilm von 1997, reinziehen. Den kann man getrost auch als Dokumentationsfilm wahrnehmen.

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