An diesem Wochenende ist der „Erderschöpfungstag“ für Deutschland, d. h. die natürlichen Ressourcen der deutschen Bevölkerung sind verbraucht. Ab nächster Woche leben wir auf Pump! Wir tun allerdings so, als ob wir noch zwei weitere Planeten zur Verfügung hätten.

Ein Großteil der Bürgermeister beginnt regelrecht zu hyperventilieren bei der Forderung der Initiatoren des Volksbegehrens, den täglichen Flächenverbrauch von derzeit 10 Hektar auf 5 Hektar zu begrenzen. Ich habe den Eindruck, dass sie den Antrag auf Zulassung des Volksbegehrens nicht gelesen haben. Hier steht : die Planungshoheit der Kommunen bleibt erhalten. Den Gemeinden bleibt es unbenommen den Innenbereich zu entwickeln. Die Nutzung des Außenbereiches ist lediglich quantitativ eingeschränkt, nicht aber ausgeschlossen.
Für die Stadt Tittmoning würde dies beispielsweise bedeuten, dass jedes Jahr immer noch fast 1 Hektar Bauland ausgewiesen werden kann. Damit ist eine Weiterentwicklung sehr wohl möglich.

Ausserdem ist die Forderung auf Begrenzung auf 5 ha täglich in Bayern lediglich die konsequente Umsetzung der Vereinbarung des Koalitionsvertrags in der GROKO, den täglichen Flächenverbrauch zu halbieren. Wozu also die Aufregung? Dass den Bürgermeistern konkrete Vorgaben gemacht werden müssen, kann man tagtäglich erleben … ohne wird es weitergehen wie bisher.

Insgesamt gilt: beim Flächenverbrauch werden die Grenzen des Wachstums drastisch sichtbar . Politische Kurskorrekturen sind dringend nötig. Wenn wir nicht radikal umsteuern haben wir keine Chance und es ist absolut unverantwortlic,h, unseren Kindern und Enkelkindern gegenüber so zu tun als könnten wir ewig in diesem Stil weitermachen. Wir sind gerade dabei unsere natürlichen Lebensgrundlagen innerhalb kürzester Zeit zu ruinieren.

Unmöglich finde ich in der Resolution der Bürgermeister des Landkreises Traunstein gegen den Volksentscheid auch den Vorwurf gegen die Initiatoren, dass sie den Zuzug bzw. den Familiennachzug für die Flüchtlinge propagieren und gleichzeitig den Flächenverbrauch begrenzen und somit keine Wohnungen gebaut werden können.
Der Familiennachzug ist zuallererst eine humanitäre Forderung. Gerade beim christlichen Familienbild der CSU müsste dies im Grunde auf Zustimmung stoßen. Hier die Flüchtlinge bei dieser Thematik ins Spiel zu bringen ist mehr als ein böses Foul! Mit einer sachlichen Diskussion haben solch hetzerische Aussagen nichts zu tun und sollten zukünftig unterlassen werden.

Hans Glück
Tittmoning

Foto: Pixabay / qimono