Die Welt der Fraktale beschäftigt mich momentan sehr. Damit meine ich nicht die Fraktale im mathematischen Sinne, sondern eine solidarische Gemeinschaft, in der sich Menschen weltweit miteinander verbinden, um „sich gegenseitig bei der Erschaffung einer neuen Realität mit mehr Fülle und finanziellem Freiraum zu unterstützen“1. Ziel dieser Bewegung ist die Veränderung der überwiegend vorherrschenden Einstellung zum Geld und dem damit verbundenen Mangel-bewusstsein. Durch das Wiederbeleben einer vergessenen Schenkkultur wird das Gefühl der Verbundenheit der Menschen untereinander und auch mit der Natur wieder hergestellt. Durch das Erleben der Fülle innerhalb der Gemeinschaft erhält jeder die Möglichkeit, diese auf das eigene Leben zu übertragen, und sich so eine Basis zu erschaffen, mit der man dann frei von finanziellen Einschränkungen sein eigenes, einzigartiges Potential entfalten kann.

In meiner Begeisterung darüber habe ich anderen Menschen in meinem Umfeld davon berichtet und mir schlugen Misstrauen und Abwehr entgegen bis hin zu dem Hinweis, dass dieses System illegal wäre und ich mich strafbar mache, falls ich mich an diesem System beteiligen würde. Das hat mir schon ziemlich zu denken gegeben, denn ich möchte mich an nichts beteiligen, was anderen Menschen vorsätzlich Schaden zufügt. Grund für diese heftigen Abwehrreaktionen war meine ungünstige Darstellung des Ganzen. Aber ich lerne ja nie aus.

Daher versuche ich hier jetzt mal, das Ganze für mich und auch für alle anderen aufzudröseln und von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Los geht’s.

Was verbirgt sich hinter den Fraktalen und wie funktioniert das System?

Die Fraktale sind in der Form von Mandalas strukturiert. Jedes Mandala besteht aus vier Ebenen, die nach den vier Elementen Feuer, Luft (Wind), Erde und Wasser bezeichnet sind. Genauso wie die Elemente stehen auch die einzelnen Ebenen im Mandala für entsprechende Eigenschaften und Aufgaben. Feuer bringt Energie in den Kreis; Wind kommuniziert die Idee nach Außen; Erde bewahrt und stützt; und Wasser empfängt und fließt.

aufbau mandala
Bildquelle: facebook

Der Aufbau und Ablauf der Mandalas entspricht denen von Schenkkreisen. Wer in ein Mandala einsteigt, schenkt in der Regel der Person in der Mitte des Kreises – in der Wasser-Position – einen festgelegten Geldbetrag. Dieses Geschenk ist bedingungslos und ermöglicht dem Beschenkten, sein Leben unabhängiger von seiner augenblicklichen finanziellen Situation zu gestalten. Aufgrund der Anzahl der Feuer-Positionen wird die Wasser-Position von mehr als einer Person beschenkt und erhält so mehr als sie selbst zu Beginn gegeben hat. Sobald alle Feuerplätze gefüllt sind, wird das Mandala horizontal geteilt und es beginnt ein neuer Zyklus. Bei jeder Teilung rücken alle Beteiligten um eine Ebene weiter nach innen, bis jeder selbst in der Mitte steht und dort von denen beschenkt wird, die wiederum in den Feuer-Postionen starten. Danach tritt man aus der Mitte-Position des Mandalas heraus und begleitet als Ältester die Entwicklung der sich neu bildenden Mandalas. So lange, bis diejenigen, von denen man in der Wasser-Position beschenkt wurde, ebenfalls in der Wasser-Position angekommen sind und beschenkt werden. Damit ist dann der komplette Durchlauf für einen selbst abgeschlossen und man verabschiedet sich aus dem Mandala. Soweit die Kurzform.

Die folgende Darstellung zeigt schematisch den Aufbau und Ablauf der Mandalas bzw. Schenkkreise.

fractal aufbau teilung mandalas
Bild: aus „Fraktal 555 – Einladung zur heiligen Ökonomie“, Verfasser unbekannt

Juristisch betrachtet sind Schenkkreise eine Form des Schneeball- bzw. Pyramidensystems. Hierbei steht eine Person an der Spitze und nach unten müssen immer mehr Neuzugänge angeworben werden, damit alle in diesem System ihren versprochenen Anteil erhalten können. Dass das mit der wachsenden Anzahl der Beteiligten immer schwieriger wird, liegt auf der Hand. Im Internet sind zahlreiche Darstellungen dazu zu finden. Immer mit dem Hinweis, dass diese Systeme in kürzester Zeit zusammenbrechen, weil keine weiteren Menschen mehr einsteigen wollen oder können. Die zuletzt Eingestiegenen gehen dann leer aus.

Aus diesem Grund sind Schneeballsysteme in Deutschland verboten und werden unter Umständen sogar mit Bußgeldern oder Haftstrafen geahndet.

Fallen die Fraktale (Mandalas) nun auch in den Bereich der Schneeballsysteme und wären damit illegal?

Die Kriterien, die auf ein illegales Schneeballsystem hinweisen, sind wie folgt:

Ein illegales Schneeballsystem zeichnet sich etwa dadurch aus, dass man bei einem solchen System z.B. eine bestimmte Summe zahlt, um teilnehmen zu können. Außer der Teilnahme an diesem System gibt es keine weitere Gegenleistung für das Geld. Die einzige Möglichkeit etwas zu „verdienen“ besteht in dem Anwerben weiterer Teilnehmer.“ (Zitat: Dieter Caspar, https://internetrechtakademie.de/schneeballsysteme-legal/)

Wer die Struktur der Fraktale (Mandalas) rein formal betrachtet, wird die Frage nach der Illegalität sofort bejahen. Auf den ersten Blick sieht man den pyramidenförmigen Aufbau, das „Startgeld“ und den in Aussicht gestellten „Gewinn“, sobald man in den Positionen entsprechend aufgerückt ist. Um das zu erreichen, müssen immer wieder die neu entstehenden Außenpositionen belegt werden.

Ich bin keine Juristin und ich habe auch keine Erfahrungen mit unterschiedlichen Arten von Schenkkreisen bzw. Schneeballsystemen. Ich kann hier lediglich meine Meinung, Erfahrung und Erkenntnisse bezüglich des Systems der Fraktale beschreiben.

Nach dem, was ich bisher in den Mandalas erfahren habe, stehen die Vernetzung von Menschen mit ähnlichen Idealen, die gegenseitige Wertschätzung und Unterstützung und das großzügige Teilen in Form von Geldgeschenken, Wissen und Erfahrungsschätzen im Vordergrund. Viele Menschen haben Ideen und Wünsche, die sie ohne die finanzielle Unterstützung anderer Menschen nicht umsetzen können. Ähnlich wie beim Peer-to-Peer-Crowdfunding können andere die Umsetzung mittels Geldgeschenken bzw. Spenden fördern und ermöglichen. Und damit niemand benachteiligt wird, durchlaufen alle Beteiligten die gleichen Positionen. Anders als bei dem „klassischen“ Schneeballsystem werden die neu entstehenden Feuer-Positionen immer wieder auch von bereits vorhandenen Mitglieder der Gemeinschaft gefüllt. Das Fortbestehen des Systems ist also nicht ausschließlich von Neuzugängen abhängig. Trotzdem ist es natürlich wünschenswert, dass die Gemeinschaft wächst, immer mehr Menschen ihr Leben freier gestalten und sie so vielleicht endlich ihre einzigartigen Fähigkeiten zum Wohle aller Menschen – auch der Menschen außerhalb der Fraktale – einsetzen können.

Um auch Menschen mit wenig Geld den Einstieg in die Fraktale zu ermöglichen, werden immer wieder einige der Feuer-Positionen verschenkt. So hat jeder die Möglichkeit, durch die Unterstützung der Gemeinschaft neue positive Erfahrungen der Wertschätzung zu machen und das Mangelbewusstsein Schritt für Schritt in Richtung Fülle zu verändern.

Obwohl die Geldgeschenke bedingungslos gegeben werden und daher auch für ego-gesteuerte Ziele verwendet werden könnten, geben viele Beschenkte einen Teil der Geschenke wieder zurück in die Gemeinschaft, indem sie selbst erneut in ein bzw. mehrere Mandalas einsteigen oder eben Feuer-Plätze verschenken. Damit helfen sie, den Fluss im System stabil zu halten und die Gemeinschaft zu stärken. Es ist ein fortwährendes Schenken und Empfangen.

Das ist der Geist der heiligen Ökonomie. Alles beruht auf Vertrauen und der Liebe zu dieser Erde mit all ihren Bewohnern. Erst wenn alle Menschen dieser Erde in den Fraktalen beteiligt wären, würde das System in der jetzigen Form vielleicht zum Erliegen kommen. Das ist meiner Meinung nach aber unwahrscheinlich, denn es wird immer Menschen geben, die erst noch einen anderen Weg wählen und Zeit brauchen, um sich für oder gegen die Fraktale zu entscheiden. Zudem unterliegen die Menschen dem natürlichen Prozess des Sterbens und Geborenwerdens. Es kommen also immer wieder neue Menschen dazu, die die Gemeinschaft mit ihren Gaben bereichern könnten. Im besten Fall fühlen sich die Menschen irgendwann wieder so nah miteinander und mit der Natur verbunden, dass es aufgrund der veränderten Denk- und Lebensweise gar keine „Systeme“ mehr gibt, an deren Regeln und Abläufen sich die Menschen orientieren müssen. Die Schenkökonomie, die Fraktale oder andere zukünftige Geldsysteme und Währungsformen sind Wege in eine friedvolle und das Leben fördernde Zukunft. Diesen Weg kann man wählen oder nicht.

Ich jedenfalls träume von einer Welt, in der sich die Menschen wertschätzend und im Vertrauen begegnen, sich gegenseitig unterstützen und von Herzen geben – ohne die Erwartung einer Gegenleistung oder dem Gefühl, nicht genug zu haben bzw. nicht genug zu sein. Ich träume von einer Welt, in der die Menschen Fülle auf allen Ebenen leben.

Viele Menschen sind bereit, anderen zu helfen und zu geben. Ich selbst war ich bereits einige Male Empfänger von Hilfeleistungen – sowohl im finanziellen als auch im medizinischen, sozialen und zwischenmenschlichen Bereich. Dafür bin ich sehr dankbar. Das Bedürfnis, meine Dankbarkeit anderen Menschen gegenüber zu zeigen, ist groß.

Teilen und Geben sind natürliche Bedürfnisse aller Menschen. Wir alle wollen etwas von uns weitergeben. Unsere Gene, Wissen, Kreativität/Ideen, eigene Erzeugnisse, Freude, Liebe und so weiter. Teilen und Geben bewirken in uns Gefühle der Verbundenheit und Fürsorge und schaffen Lebenssinn.

Wer bereit ist, sich auf die Prozesse in der Gemeinschaft der Fraktale einzulassen, wird nur gewinnen. Neue Erfahrungen, Kontakte zu anderen Menschen und Gleichgesinnten, Wissen und Fähigkeiten, Selbstvertrauen und Selbstliebe, Freude und Dankbarkeit, Frieden und Wohlstand. Einzige Bedingung dafür ist die Bereitschaft, lernen zu wollen, auf allen Ebenen von Herzen zu geben – sowohl im materiellen als auch im geistigen und spirituellen Sinne. Das ist aber ohnehin die Grundlage unser aller Leben. Wer sich mit allem, was er ist, dem Leben schenkt – sich hin_gibt – wird vom Leben reich beschenkt. Um nichts Anderes geht es meiner Meinung nach in den Fraktalen. Lerne, zu geben und zu empfangen. Gib von Herzen, gib mit Freude, gib bedingungslos – und empfange den Himmel auf Erden!

Ich sehe in der Gemeinschaft und dem Wirken der Fraktale nichts Illegales, sondern vielmehr einen Weg, die Welt zu verändern und wieder mehr Verbundenheit zwischen allem, was ist, herzustellen.

Die Gemeinschaft der Fraktale erschafft ein Netzwerk, in dem sich Menschen miteinander verbinden können und gemeinsam den Weg in Richtung Wohlstand und Frieden gehen. Das ist das Ziel dieser – in meinen Augen – wundervollen Bewegung.

Bedenke jedoch: Alles, was existiert, kann sowohl konstruktiv als auch destruktiv genutzt werden. Entscheidend ist immer der jeweilige Mensch und seine Absicht, mit der er etwas erschafft und betreibt.

In den Fraktalen geht es nicht primär um Geldvermehrung – auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht so aussehen mag und in einigen Fällen auch so nach Außen kommuniziert wird. Wer ausschließlich und primär in die Fraktale eintritt, um schnell viel Geld zu machen, wird sehr wahrscheinlich enttäuscht werden. Je schneller man lernt, sein Geschenk bedingungslos fortzugeben und sich gemeinsam mit dem Beschenkten über die vorhandene Fülle freut, wird dadurch selbst genau diese Fülle und Freude in seinem Leben haben.

Jeder ist eingeladen, in die Gemeinschaft der Fraktale einzutreten und zu lernen. Niemand wird zu etwas gezwungen und jeder kann frei entscheiden, ob er die Gemeinschaft wieder verlassen möchte. Sein Geschenk würde er dann auch wieder zurück erhalten, sofern er dies wünscht. Wer aber bleibt, wird mit der Zeit den Geist der heiligen Ökonomie erkennen, sein Denken und Handeln verändern und in tiefer Verbundenheit und Liebe zu Allem leben. Wir alle sind Lernende auf dem Weg durchs Leben. Niemand ist dabei besser oder schlechter.

Ob die Fraktale nun als ein illegales Schneeballsystem einzustufen sind, liegt im Auge – oder passender – im Herzen des Betrachters. Wer in dieser Gemeinschaft etwas „Böses“ und Betrügerisches sehen will, wird genug Punkte finden, die ihn in seiner Meinung bestärken.

Ich schaue in erster Linie nach den schönen, konstruktiven und lebensfördernden Dingen und empfinde Dankbarkeit dafür. Das bringt automatisch mehr Freude, Leichtigkeit und – ja, auch Fülle ins Leben.

In der Gemeinschaft der Fraktale sehe und spüre ich die Verbundenheit untereinander, die Offenheit und Ehrlichkeit, Vertrauen, Mut und den Wunsch, gemeinsam eine friedvolle, bunte und lebendige Welt zu erschaffen. Das ist auch mein Wunsch und es freut mich im Herzen, dass ich dieser Gemeinschaft begegnet bin.

Danke, danke, danke!

Mehr dazu unter: https://oonaswelt.wordpress.com/2019/01/14/019-die-welt-der-fraktale-schneeballsystem-oder-ein-weg-hin-zu-einer-oekonomie-der-verbundenheit/